2. SYMBIONT Day in Bonn: EMS weiterdenken und gemeinsam gestalten
Wie entwickelt sich professionelles EMS weiter? Welche Rolle spielen dabei Studiokonzepte, Trainingssteuerung, Messbarkeit und hybride Anwendungen? Und was brauchen Studiobetreiber, damit neue Ansätze auch im Alltag funktionieren?
Diese Fragen standen beim 2. SYMBIONT Day, der am 15. August 2026 im Kameha Grand Hotel in Bonn stattfand, im Mittelpunkt. Dabei wurden sie nicht nur auf der Bühne diskutiert, sondern auch zwischen den Vorträgen, in den Fragerunden und im persönlichen Austausch ging es immer wieder darum, wie sich professionelles EMS sinnvoll weiterentwickeln lässt.

Nach dem ersten SYMBIONT Day im April 2026 in Hamburg kamen in Bonn erneut Menschen zusammen, die EMS weiterdenken und ihre Erfahrungen miteinander teilen wollen.
Dabei wurde deutlich: Für ein gutes EMS-Angebot reicht die Technologie allein nicht aus. Entscheidend ist auch, wie das Training gestaltet wird, wie sich Fortschritte nachvollziehen lassen und wie gut sich das Angebot in den Alltag der Kunden integrieren lässt.
Austausch auf Augenhöhe
Bevor das offizielle Programm begann, stand beim Come Together der persönliche Austausch im Vordergrund. Viele Teilnehmer kannten sich bereits aus der Branche, andere hatten erste Erfahrungen mit SYMBIONT gesammelt oder wollten sich intensiver mit den Möglichkeiten moderner EMS-Anwendungen beschäftigen.
Zum offiziellen Auftakt gab Andreas Hubert, Geschäftsführer von SYMBIONT, einen Ausblick auf den Tag. Dabei machte er deutlich, welchen Stellenwert der direkte Dialog mit den Menschen hat, die täglich mit EMS im Studio arbeiten. Erfahrungen, Fragen und auch kritisches Feedback sollten ausdrücklich Teil des Tages sein.
Dieser Gedanke zog sich durch das gesamte Programm: Vorträge lieferten Impulse, anschließend war Zeit für Fragen, unterschiedliche Perspektiven und Diskussionen. Viele Themen wurden dabei nicht nur auf der Bühne besprochen, sondern im direkten Austausch weitergeführt. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Expertenpanel mit den Referenten.

Vom einzelnen Training zum durchdachten System
Einen besonders praxisnahen Blick auf den Studioalltag gaben Elora Born und Christian Niederfeilner von SUPERNOVA Fitness. Ihre Keynote stand unter dem Titel „Vom Training zum System – EMS neu gedacht“.
Die Botschaft ihres Vortrags: Nicht eine einzelne Anwendung schafft Differenzierung, sondern das Gesamtkonzept dahinter.

Für ein überzeugendes Angebot braucht es aus ihrer Sicht mehr als Technologie. Vielmehr müssen Positionierung, Zielgruppen, Prozesse und unterschiedliche Leistungen zusammenspielen. Statt EMS isoliert als Produkt zu betrachten, sollte es Teil eines Systems werden, das sich am konkreten Bedarf der Kunden orientiert.
Die beiden Referenten zeigten dabei transparent, wie sie die damit verbundenen Themen in ihrem Studio in Berlin angehen. Gerade diese praktische Perspektive sorgte für zahlreiche Fragen aus dem Publikum – von der Organisation des Studioalltags über Prozesse und Wirtschaftlichkeit bis zur eingesetzten Technologie.

Wenn du erfahren möchtest, wie SUPERNOVA sein Studiokonzept mit SYMBIONT umgesetzt hat, findest du dazu weitere Einblicke in der SYMBIONT Erfolgsgeschichte zu SUPERNOVA.
EMS neu gedacht: weg von starren Mustern
Einen anderen Blickwinkel brachte Thomas Ott, Sportwissenschaftler und Performance-Coach, mit seiner Keynote „EMS neu gedacht – Von der Rehabilitation bis zum Leistungssport“ ein.
Ott stellte dabei eine im EMS-Markt bekannte Formel bewusst infrage: Muss professionelles EMS immer nach demselben 20-Minuten-Schema ablaufen?
Sein Ansatz war differenzierter. EMS sei ein Werkzeug, das gezielt und passend zur jeweiligen Zielgruppe eingesetzt werden müsse. Eine kurze Einheit könne einen sinnvollen Reiz setzen und bestehende Bewegung und Training ergänzen. Sie ersetze jedoch weder andere Bewegungsformen noch einen aktiven Lebensstil.
Für den Studioalltag leitete Ott daraus verschiedene Denkanstöße ab. Statt jede Einheit identisch aufzubauen, könnten beispielsweise Warm-up, Hauptteil und Cool-down stärker differenziert und Intervallzeiten auf das jeweilige Trainingsziel abgestimmt werden. Auch eine regelmäßige Anpassung der Intensität und kürzere, kontinuierliche Messungen können aus seiner Sicht dazu beitragen, Training strukturierter zu steuern.
Dabei betonte Ott ausdrücklich: Es geht nicht um eine neue starre Blaupause, sondern darum, EMS trainingswissenschaftlich bewusster zu gestalten.

Muskelaktivität mit EMG sichtbar machen
Wie Messbarkeit in der Praxis aussehen kann, wurde bei einer Live-Demonstration direkt sichtbar. Mithilfe einer EMG-Messung konnten die Teilnehmer verfolgen, wie sich die Muskelaktivität bei der gezielten Anspannung verschiedener Muskelgruppen verändert.
Die Demonstration machte anschaulich, welche zusätzlichen Informationen solche Messdaten für die professionelle Betreuung liefern können. Muskelaktivität lässt sich beobachten und nachvollziehen und kann so als zusätzliche Information in die Trainingssteuerung einbezogen werden.

Hybrid: professionelle Begleitung über das Studio hinaus
An diese Überlegungen knüpfte Anja Wolf von SYMBIONT mit ihrem Vortrag „Die Zukunft professioneller EMS-Anwendungen: Das Hybrid Modell“ an.
Ausgangspunkt war eine einfache Beobachtung: Das klassische Studiomodell passt gut zu Menschen, die regelmäßig vor Ort trainieren, feste Termine wünschen und persönliche Betreuung suchen. Doch nicht jeder Alltag lässt sich so organisieren.
Genau hier setzt ein hybrides Modell an. Studio, Zuhause und unterwegs werden nicht als Gegensätze verstanden, sondern als miteinander verbundene Trainingsorte. So ist es möglich, Angebote flexibler an unterschiedliche Lebenssituationen anzupassen.
Für Studiobetreiber ergeben sich daraus mehrere Möglichkeiten: Sie können bestehende Mitglieder auch bei veränderten Lebenssituationen weiter begleiten, zusätzliche Zielgruppen erreichen und Angebote entwickeln, die nicht an feste Präsenztermine gebunden sind.

Erfahrungen teilen und sich gemeinsam weiterentwickeln
Nach den Vorträgen kamen die Referenten noch einmal gemeinsam für das Expertenpanel zusammen. Fragen zur Anwendung, zur SYMBIONT App, zu Trainingskonzepten und zur Weiterentwicklung von EMS wurden offen diskutiert.
Schließlich endete der Tag so, wie er begonnen hatte: mit Gesprächen. Beim gemeinsamen Aperitif und Dinner im Kameha Grand Hotel blieb Zeit, Themen aus den Vorträgen zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Der SYMBIONT Day in Bonn hat gezeigt, wie wertvoll der offene Austausch über neue Ansätze, Erfahrungen und die Weiterentwicklung von EMS ist. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für die Fragen, Diskussionen und persönlichen Gespräche – und freuen uns schon jetzt darauf, diesen Austausch beim nächsten SYMBIONT Day am 10. Oktober in München fortzusetzen.
